2006

Auf den Spuren deutscher Geschichte - Kultur und Traditionen an der Wolga

Unter dem Motto „Auf den Spuren deutscher Geschichte, Kultur und Tradition an der Wolga“ fand vom 5. bis 16. August 2006 eine Jugendbegegnung zwischen dem Jugendverein Phoenix XXI. Jahrhundert und der djo - Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. in Balakovo statt.


Am 6. August erreichte die deutsche Gruppe unter lautem Jubel ihr Ziel. Von dort ging es in das Freizeitlager „Sinjaja Ptitza“ - mit einer abendlichen Begrüßungsgala, an der alle Gruppen des Camps mit Tänzen und Sketchen teilnahmen. Dort konnten wir voller Stolz das von uns einstudierte russische Volkslied „Katjuscha“ vor großem Publikum singen. Der Besuch des staatlichen Waisenhauses in Balakovo machte den nächsten Tag zu einem ganz besonderen. Nach einer Führung und einem künstlerischen Programm, das die Kinder extra für uns einstudiert hatten, pflanzten wir zum Abschluss im Garten des Waisenhauses einen Baum der Freundschaft.


Der vierte Tag stand unter dem Motto „Tag der Energie“. Nach einer Führung durch die vier Reaktorgebäude des größten Kernkraftwerkes Europas gab es ein Fernseh-Interview, in dem wir unsere Eindrücke sowie Meinungen zum Einsatz von Atomenergie gegenüber alternativen Energien schildern durften. Am selben Abend wurden wir in Gastfamilien aufgeteilt. Jeder von uns konnte so Eindrücke über die russische Lebensweise gewinnen, während man bis spät in die Nacht mit den Gasteltern zusammen saß. Der Tag des russischen Waldes führte uns in den Nationalpark Hwalynsky im Saratover Gebiet. Nach russischer Tradition begrüßten wir gemeinsam den Wald und erfrischten uns mit Quellwasser. Eine lange Wanderung führte uns vorbei an einer Eremiten-Höhle und am „Baum des Wunsches“, an dem alle ihre Träume, in Form von kleinen Bändchen, festbinden konnten.
Unter dem Motto „Zusammen sind wir stark“ gab es am Samstag eine internationale Spartakiade. Alle Jugendlichen beider Partnerorganisationen zeigten sich nun auch von ihrer sportlichen Seite – gemeinsam kämpften wir uns durch sämtliche Disziplinen, sogar Schach, und bewiesen unserem Gegner, einer Betreuergruppe aus dem Lager „Sinjaja Ptitza“, Stärke und Kampfgeist. Am Sonntag überquerten wir mit Motorboten die Wolga, machten Halt auf einer Insel und natürlich wurde auch in der Wolga geschwommen.


Am Abschlussabend in Balakovo gab es eine Abschiedsgala, bei der wir alle zusammen mit einem deutsch - russischen Liederbeitrag auftraten. Das Publikum war sehr gerührt von der gemeinsamen Aufführung unserer Organisationen. Am letzten Tag fuhren wir mit den Mitgliedern von Phönix nach Marx. Nach einer lehrreichen Besichtigung des Geschichtsmuseums der Stadt besuchten wir das Haus der Russlanddeutschen und diskutierten über die Aktivitäten in dem deutsch-russischen Begegnungszentrum. Dann war der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Die Zugfahrt: ein Schweigen und Schwelgen in Erinnerungen zugleich. Jetzt arbeiten wir daran, dass unsere Freunde aus Russland uns im nächsten Jahr besuchen können und wir ihnen einige neue Seiten von Deutschland zeigen und vor allem unsere Freundschaften weiterhin leben können.

Ronny Paduschek und Florin Schmidt

Artikel aus dem Pfeil vom Bundesverband der djo, 09/06